Der seit Jahren schwelende Streit zwischen der Judo-Bundesliga und dem Deutschen Judo-Bund (DJB) spitzt sich zu. In einem Protestbrief an den Verband wehren sich die Vereine gegen vom DJB geplante, aber nicht mit den Klubs abgesprochene Änderungen, die unter anderem die Einführung einer eingleisigen Bundesliga und die Kürzung der Kampftage vorsehen. Auch bei der SU Annen ist man verärgert.
"Dies bedeutet das Aus für eine Menge von Vereinen ohne Vorwarnung", erklärt Matthias Kiehm von der SU Annen, der im DJB-Vorstand für die Ligen verantwortlich ist. In einem Schreiben an die Vereine suchte er in den vergangenen Tagen erfolgreich nach Unterstützern: "Die Resonanz war gewaltig. Die gesammelten Unterschriften werde ich dem Judo-Bund vorlegen und hoffe, dass er uns erhört."
Scharfe Kritik an Verbandspräsident Peter Frese löste das Vorhaben des Judo-Bundes aus, ohne Abstimmung mit den Vereinen die Reformen bei der kommenden Mitgliederversammlung Mitte November in Potsdam auf die Tagesordnung zu stellen. "Der DJB-Präsident scheint die Interessen, die auf den Liga-Tagungen immer wieder zum Ausdruck gebracht wurden, vollkommen zu ignorieren", sagt SUA-Judo-Geschäftsführer Kiehm, dessen Bundesliga-Team am Samstag (11. Oktober) im Viertelfinale beim TSV Großhadern kämpft (18 Uhr).
Stets müssten die Teams ihre besten Judoka abgeben, wenn DJB-Maßnahmen anstehen. "Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es uns ermöglichen, genügend Sponsorengelder aufzutreiben. Wie sollen wir Idole aufbauen, wenn unsere Spitzenkräfte nie oder äußerst selten vor Ort kämpfen?"
Ein Esslinger droht: Teams zurückziehen?
Carsten Finkbeiner vom KSV Esslingen warf dem DJB ebenfalls vor, die Bundesligavereine um ihre Existenz zu bringen. Er forderte sogar alle Vereine auf, "bei einer solchen Beschlussfassung die Konsequenzen zu ziehen und alle Mannschaften von der Bundesliga zurückzuziehen. Soll doch dann der DJB schauen, wie er seine Kaderathleten finanziert."