18.06.2009

Auch auswärts siegreich

Von: Thomas Schynol - Hamburger JT

Nachdem das Hamburger Judo Team in Witten zu Saisonbeginn eine unerwartete Auswärtsniederlage hinnehmen musste, glänzte das Team nun auswärts beim UJKC Potsdam beim 7:5 Erfolg und rückt nach dem dritten Sieg in Serie auf Tabellenplatz 2 der Judobundesliga vor.

Beim Wiegen gab es zunächst noch nachdenkliche Mienen beim Hamburger Trainerteam um Slavko Tekic. Potsdam hatte mit den beiden Polen Wincenty Krawczyk (90kg) und dem WM-3. Przemyslaw Matjaszek (100 kg), und den beiden deutschen Meistern und EM-Startern Mario Schendel (81 kg) und Robert Kopiske (60 kg), sowie den Top-73 kg-Kämpfern Normen Helm und Rewasi Nogaideli und 90 kg Kämpfer Phillipp Hollmann ihr bestmöglichstes Team am Start, dass in dieser Formation nur schwer zu besiegen ist. Aber auch wir hatten einen hochklassigen Kader am Start, und wollten in Potsdam unbedingt gewinnen.

Eigentlich stand unsere Planung hinsichtlich der Aufstellung für den ersten Durchgang gedanklich schon fest, lediglich die Schwergewichtsklasse hatten wir in unseren Überlegungen offen gelassen und wollten in Abhängigkeit des Potsdamer Kaders situativ reagieren. Im Schwergewicht waren wir extrem gut aufgestellt. Hatten wir doch zum einen mit dem frisch gebackenen Welt-Cup-Sieger (Leibnitz/Wien, U20) Levent Weiß und zum anderen mit dem Vize-Olympiasieger Abdullo Tangriev zwei Top-Judokas am Start. Besonders beachtlich ist dabei, dass Levent am letzten Montag gerade erst 18 (!) Jahre alt geworden ist.

Am Samstag hatten wir neben Levent Weiß mit unseren drei deutschen Meister der Junioren Robin Wendt, Max Münsterberg und Maxim Schitov, sowie unserem deutschen Vizemeister der Junioren Willi Wittermann erstmals in dieser Saison alle U20-Kämpfer gemeinsam am Start.

Nach der Verletzung von Maksym Chykurda, die er sich in Durchgang eins gegen den Polen Wincenty Krawczyk zu gezogen hat (mehr dazu im Text zum Kampfverlauf weiter unten) und einer 4:2 Pausen-Führung gegen den UJKC Potsdam, haben wir lange überlegt, und uns dann entschieden - gegenüber den vorherigen Planungen - die Aufstellung für den zweiten Durchgang kurzfristig komplett anders zu gestalten.

Möglichkeiten um stark auf- und umzustellen hatten wir genügend, so waren wir doch mit in einer in allen Gewichtsklassen doppelt und gleichwertig stark besetzten Mannschaft nach Potsdam angereist.

Die Kämpfe im Einzelnen:
Der erst 17 Jährige amtierende deutsche Meister der Männer U20, Max Münsterberg feierte dabei in der Gewichtsklasse bis 73 kg sein Bundesligadebüt. Extrem nervenstark und körperlich topfit gewann Max gleich zweimal gegen sehr starke Gegner, Normen Helm ( u.a. Sieger des DJB-Ranglistenturniers der Männer 2009) und Rewasi Nogaideli.

In der Gewichtsklasse bis 66 kg gewannen die beiden Drittplatzierten der deutschen Meisterschaft, Dominik Falk (2009) und Sascha Costa (2008) jeweils mühelos gegen Ihre Kontrahenten und zeigten ihre derzeit überragende Form.

Den ersten Durchgang in der Gewichtsklasse bis 60 kg bestritt Babak Banaiy gegen Robert Kopiske. Er begann sehr stark und offensiv, verlor aber frühzeitig durch einen Hebel.

Den besten Kampf des Tages machte der erst 16-Jährige deutsche Vizemeister der Männer U20 Willi Wittermann in zweiten Durchgang in der Gewichtsklasse bis 60 kg. 4 Minuten lang dominierte Willi eindeutig gegen Robert Kopiske das Geschehen auf der Matte. Zwar unterlag er am Ende noch, aber sein großartiger Auftritt war der eigentliche Höhepunkt der Bundesliga-Veranstaltung.

Bis 81 kg gewann Shokir Muminov gegen Mario Schendel im ersten Durchgang mit Ippon. Im zweiten Durchgang endete diese Spitzenbegegnung zwischen Shokir und Mario unentschieden.

Im Schwergewicht hatte Vize-Olympiasieger Abdullo Tangriev keine Mühe und gewann zweimal - sowohl gegen Karsten Kalletta, als auch gegen Phillipp Hollmann.

Bis 100 kg trotzte Hanno Villwock dem WM-Dritten Przemyslaw Matjaczek und erreichte im ersten Durchgang ein starkes Unentschieden. Im zweiten Durchgang konnte der „Top-Star der Potsdamer“ dann jedoch mit 2 Waza-Ari vorzeitig gewinnen.

Bis 90 kg hatte Maksym Chykurda bereits im letzten Kampf des ersten Durchgangs die Chance gegen den polnischen Nationalkämpfer Wincenty Krawczyk die Vorentscheidung für das Hamburger Judo Team in der Bundesligabegegnung sicher zu stellen. Bei einem Sieg wäre der erste Durchgang bereits klar mit 5:1 an uns gegangen. Jedoch kugelte sich Maksym zu Beginn des Kampfes den kleinen Finger aus und konnte stark gehandicapt, nicht mehr sein Leistungspotenzial abrufen, so dass es „nur“ 4:2 zur Pause stand.

Aufgrund der Verletzung von Maksym stellten wir kurzfristig für den zweiten Durchgang um, so dass Daniel Falk anstelle seines geplanten Einsatzes bis 81 kg nun eine Gewichtsklasse höher bis 90 kg antrat und Shokir Muminov ein weiteres Mal bis 81 kg kämpfte.

Daniel ist derzeit in überragender Form und hat am letzten Kampftag gegen den SC Berlin im Kampf mit Sven Maresch den besten Kampf des Tages abgeliefert (trotz der knappen und umstrittenen Niederlage). Daniel kämpfte erneut großartig, jedoch waren 10 Kilo Gewichtsunterschied zu seinem Gegner Wincenty Krawczyk dann doch zu viel. Daniel hatte nach überlegen geführten Kampf nach 3 Minuten einmal den Griffkampf verloren, ohne sich hieraus lösen zu können. Dies nutzte Wincenty Krawczyk zum entscheidenden Wurfansatz. Aber zu diesem Zeitpunkt stand der Auswärts-Sieg des Hamburger Judo Teams in Potsdam bereits schon fest.

Im September haben wir am 12.09. gegen 1. JC Mönchengladbach und am 26.09. gegen den Braunschweiger JC gleich 2 Heimkämpfe. Wir wollen dann unseren 2. Tabellenplatz verteidigen und hoffen dabei auf zahlreiche Unterstützung der Zuschauer! Also haltet euch die beide Samstage ab 17 Uhr unbedingt frei. Es lohnt sich!


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