14.06.2009

Peinliche Pleite

Von: Oliver Schinkewitz

Mönchengladbach. Das war ein ganz gewaltiger Dämpfer für die Bundesliga-Judoka der Sport-Union Annen. Ausgerechnet im NRW-Derby beim 1. JC Mönchengladbach kassierten die Wittener ihre erste Saisonniederlage - und die fiel mit dem 4:8 beim Aufsteiger auch noch sehr deutlich aus.

Quelle WAZ: externer Link
Fotos: www.judo-nrw.deexterner Link

„Ich hoffe, wir können aus dieser Niederlage die richtigen Lehren ziehen”, meinte ein auch tags darauf noch ziemlich angesäuerter SUA-Trainer Holk Silbersack. Es lief einfach zu viel schief an diesem Samstagnachmittag, der den Wittener Judoka noch lange in Erinnerung bleiben wird. Denn mit diesem Negativ-Erlebnis geht es für die SUA nun erstmal in die „Sommerpause” - erst am 12. September haben die Wittener im Heimkampf gegen Topfavorit JC 90 Frankfurt/Oder wieder die Möglichkeit zur Rehabilitation.

Dass die Annener auf einigen Positionen nur Not-Besetzungen aufweisen konnten, darf als Argument für diese klägliche Vorstellung nur zum Teil gelten. „Natürlich können wir es nicht kompensieren, wenn gleich drei Stammkräfte ausfallen”, wies Holk Silbersack auf das Fehlen von Benjamin Behrla, Jonas Focke und Jeroen Mooren hin - „aber ich muss von den Jungs auch verlangen können, dass sie sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen und mal über ihren Schatten springen.” So, wie es etwa Christoph Najdecki am Samstag getan hat. Obwohl sich der 66 kg-Mann am Montag im Training das Knie verdreht hatte, sprang er ein, weil kurzfristig auch Daniel Lachmann hatte absagen müssen. „Aber Christoph konnte sich wirklich kaum bewegen, hatte keine Chance”, so Silbersack, der letztlich die Klassen bis 66 und 73 kg mehr oder minder abschenken musste.

Henrik Schoeman (blauer Judogi) verlor fragwürdig gegen Thomas Kessler.

Hatte Coach Andreas Reeh schon vorab betont, dass die Mönchengladbacher im Falle eines guten Starts durchaus eine Bedrohung für die SUA darstellen können, sammelte der Neuling vom Niederrhein in den ersten vier Kämpfen gleich drei Zähler. Pech für die Gäste, dass sich Schwergewichtler Andre´ Breitbarth bei einem Armhebel seines Gegners Marc Odenthal verletzte und schon nach 32 Sekunden zur Aufgabe gezwungen sah. „Da ist Andre´ einfach noch nicht abgeklärt genug - er wird noch lernen müssen, wann der Kampf unterbrochen wird und wann nicht”, so Silbersack.

In den ersten vier Duellen schaffte nur der Niederländer Marvin de la Croes (auch mit Schulterproblemen kämpfend) ein Remis gegen Angstgegner Aaron Hildebrand - doch Breitbarth, Kai Kirbschus und Tristan Behrens gingen leer aus. Immerhin: Die SU Annen kam bis zur Pause noch heran, holte ebenso drei Zähler durch Henrik Schoeman, Marcel Haupt und Max Rollwage - 3:3. „Da hat die Mannschaft Moral bewiesen, und wir haben wieder an den Sieg geglaubt”, betonte der SUA-Trainer.

Die Zuversicht wuchs erst recht nach Christophe Lamberts Ruckzuck-Sieg (nach 29 Sekunden) in der Klasse +100 kg gegen Oliver Zabel - 4:3, die erste Führung. Doch dann schlug das Pendel wieder zur anderen Seite aus. „Der Knackpunkt war der Kampf von Henrik Schoeman gegen Thomas Kessler”, so Silbersack. Der Niederländer diktierte das Geschehen, war auf der Siegerstraße - doch dann griff der Mattenleiter ein. Als sich Schoeman bei einem Griffansatz das Knie verdrehte, wertete der Referee dies als Scheinangriff - Strafe gegen den Niederländer. Wenig später exakt die gleiche Aktion - wieder Strafe gegen Schoeman und die Yuko-Führung für Kessler. „Da musste ich meine Jungs schon schwer zurückhalten - die wären fast Amok gelaufen”, so Silbersack, der nach diesem 4:6 auch noch die Niederlagen von Marcel Haupt und Max Rollwage mit ansehen musste . . .

Witten, 14.06.2009, Oliver Schinkewitz


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